über Wasser, Wolken, Stahl und mehr. . .


Die Weihnachts-Dampf-Schlampe

Ja, die schöne Weihnachtszeit...


Immer wieder zur Weihnachtszeit möchte ich dieses "Erbstück" in eine funktionelle Weihnachts-Dampfe verwandel. Da diese Figur bei uns nur mit "Weihnachtsschlampe" tituliert wird, wird es dann eben eine Weihnachts-Dampf-Schlampe werden...


Um die konservativsten Gemüter, (Dampfen und "pfuibah"), zu besänftigen,

möchte ich anmerken, dass Dampfen ja ohnehin nur für >18 jährige ist.


1) Die Planung

Wie man sich unschwer vorstellen kann, wird diese Dampfe einige, fast schon vorgegebene Parameter realisieren:

  • stationär betrieben, das ist mit einer Größe von 24 cm x 72 cm x 32 cm (BxHxT, ohne Holz-sockel), wohl unabdingbar
  • permanente Stromversorgung über regelbares Netzteil, (wenn schon stationär...)
  • der weltweit erste, echte "Popotaster", der seinen Namen auch redlich verdient.
  • die richtige Bedienung wurde uns von der Evolution quasi schon in die Wiege gelegt und erfolgt daher schon instinktiv und nicht erst intuitiv...

Hier ist schon mal das Ausgangsobjekt der Begierde:




Die Überlegungen zum "Dampferzeuger" waren auch schnell abgeschlossen, sie sollte kräftig Dampf machen, ohne flach zu schmecken, oder gar ein echter Cloud-Chaser zu sein. Ein schöner Kompromiß, ist hier der Flash-e-Vapor dD. Guter Geschmack und ausreichend Dampf bei vernünftigem Liquidvorrat (19,5 ml), passt gut zur elektrischer Versorgung mittels Labornetzteil. So kann man lange saugen, äh..., dampfen, ohne häufige Unterbrechungen....

Die passende Coil wird dann etwas oval eingedellt, vor der "Luftlanze" montiert und nach folgenden Spezifikationen gefertigt. Die eingestellten Werte legen das Maximum fest, welches bei gutem Nachfluß, kokelfrei geliefert werden kann. Abgeregelt wird dann passend zum Airflow, so sollte ein kühler, dichter und vor allem leckerer Dampf entstehen.



Das ergibt dann am Netzteil folgende Werte..., bis 5A ist da ja alles im grünen Bereich, man hat also noch etwas Reserve:



2) Der Umbau

Während der Bauphase stelle ich lediglich chronologisch Bilder ein, Texte werden nach Abschluss aller Arbeiten fertig formuliert...

Zuerst wird der Dampfschlauch und ein passendes DripTip kreiert.




Da die linke Seite stärkere Beschädigungen aufweist, als die rechte Seite, fiel die Wahl auf die linke "Brust".




Vorgebohrt mit 2 mm, dann 4,5 mm und flach eingeschliffen,



über 6,5mm auf 9 mm aufgebohrt:



Etwas anfasen...



und schon sieht das DripTip recht passend aus




Die Lage des Feuerknopfes wurde festgelegt, er soll ja auch gut & bequem in der Hand liegen:



Nun wird die Stromversorgung zwischen Dampfschlampe und Netzteil konfektioniert. Dazu wird eine passende Leitung abgemantelt und mit einem neuen, hochwertigen Mantel versehen.



der Mono-6,3mm Klinkenstecker hat sich bewährt und kommt auch hier zum Einsatz.



Am Netzteil verzichte ich aber diesesmal auf Bananenstecker und verwende die hinteren Schraubanschlüsse. An der anderen Seite mit Aderendhülsen und vollständig, akurat mit Schrumpfschlauch versehen, sieht das Anschlusskabel später sicherlich edel aus. (Rechts im Bild die Mono-Buchse für den Klinkenstecker.)



Jetzt musste noch ein Plätzchen für die 6,3mm Buchse im Sockel gefunden werden. Dies ist gar nicht so einfach, da die Materialstärken im Sockel zwischen 0,5cm und sage und schreibe 6cm willkürlich schwanken. Aber mit ein paar langen Schrauben als Sensorstifte für den Messschieber konnte man sich die Differenzen ausmessen und errechnen. Die Buchse sitzt nun ideal im Sockel, in der hinteren Hälfte der Figur.



Auch der Stecker passt so sehr gut in die Dampfe...



Vor dem endgültigen Verlöten / Montieren der Einzelteile werden alle Strippen und Schläuche erstmal probehalber verlegt. Eine Maurerschnur mit kleinen Metallgewichten, erleichtert das Einfädeln des Dampfschlauches und des fertig verkabelten Tasters...



Die Schnur führt den Schlauch leicht zum rechten, (hohlen) Bein.



Die Popotaster-Verkabelung wird so auch ganz einfach durchgezogen.



Da ist er, der erste, wirklich echte Popotaster im Universum:

(Ja, da guckt noch ein Stück O-Ring hervor...)





Die Verdampferaufnahme und ein Holzsockel müssen nun gebaut und angepasst werden, da ich den Flashi dD nicht so einfach in die Figur integrieren kann. Er ist zu groß und ich möchte die Bedienung nicht komplizierter als nötig gestalten.


3) Der Dampfgenerator

Mein echter Flash-e-Vapor dD darf auf seinem angestammten Platz verbleiben, nämlich auf dem gestackten VaporGiant 32,5mm. Das ist die Schlampe einfach nicht wert... Bei diesem "billigen Stück" kommt ein chinesischer Nachbau im folgenden kurz "NvD" (Nachbau-vom-Dicken) genannt. Ein solches chinesisches Machwerk flog bei mir noch originalverpackt rum und muss nun vorbereitet werden.



Die Wicklung war schnell, wie geplant aus 0,3mm starkem V2A Draht (SS304) geklöppelt und montiert... Der gemessene Widerstand war eine "Punktlandung", das Labornetzteil sollte so recht gemütlich arbeiten können.



Die Meshdochte habe ich aus 300er Mesh mit den Maßen 8x35mm auf meinen Oberschenkeln gerollt und werden für einige Jahre die Liquidversorgung zuverlässig übernehmen können.



Zum Bewatten entschied ich mich hier für Cotton Bacon, schon weil die Stränge ausreichend dick für meine ovale Wicklung sind, (entfernt man von normaler Muji-Watte auch noch die Deckschichten, ist sie bei weitem nicht dick genug und man muss ja mehrere Lagen Watte in die Wicklkung ziehen).



So sieht das ganze schon recht brauchbar aus. Die Wicklung wird noch richtig "ovalisiert" und in Position gebracht, das ist wichtig, damit sie auf keinen Fall an die obere Verdampferkammer anstoßen darf. Ich prüfe dies immer noch mal schnell mit der Fühlerlehre, so kann man einen Kurzschluß sehr einfach verhindern. Bei meinem Netzteil würde das Gerät zwar einfach nur abschalten, aber wenn man sich das im Umgang mit mechanischen Akkuträgern und mit Li-Zellen einmal angewöhnt hat, achtet man darauf auch völlig automatisch.



Was passt zu einer solchen Dampfschlampe besser als mein "Strohschnorchel"-Liquid? Lecker nach Strohrum riechend und schmeckend, 50/50 VG/PG mit sanften 1,5mg Nikotin. (Ausserdem ist ja "Stroh" und "rum" in ihrer Branche mittlerweile auch ein geflügeltes Wortspiel...)



Damit wird nun die Watte befeuchtet, diese dann modeliert und probehalber befeuert...



Der fast 20ml fassende Tank wurde auch mit "Strohschnorchel" befüllt und probiert. Meine Hochohm-Affairen sind aber nichts für die meisten handelsüblichen elektronischen Dampfen. Der Testträger konnt daher auch max. 9,0 Volt ausgeben, aber vorher zum Ausglühen und jetzt für den Dampfversuch absolut ausreichend. Ja, da ist noch Spielraum, die Wicklung verträgt noch mehr Leistung, aber das lange gereifte Liquid schmeckt auch jetzt schon richtig lecker und die Dampfmenge ist sogar mehr als "ausreichend". (Nicht durch den gestiegenen Widerstand verwundern lassen. Das ist bei Edelstahl-Draht völlig normal, wird er warm, erhöht sich eben der Widerstand, quasi ein eingebauter kleiner Boost bei kalter Wicklung. Und diese Messung des Akkuträgers war nach einigen Zügen. Also alles wie geplant...)



(Nicht durch den gestiegenen Widerstand verwundern lassen. Das ist bei Edelstahl-Draht völlig normal, wird er warm, erhöht sich eben der Widerstand, quasi ein eingebauter kleiner Boost bei kalter Wicklung. Und diese Messung des Akkuträgers war nach einigen Zügen. Also alles wie geplant...)



4) Die Fertigstellung

Eigentlich wollte ich mir ja viel Zeit lassen, aber dennoch dieses Jahr dann vor Weihnachten fertigwerden, aber dieses miese Corona-Virus wirft alle Planungen über den Haufen. Bootfahren ist nicht angesagt und so nutze ich die freie Zeit im Urlaub daheim für etwas Sinnvolles und bin dadurch dieses Jahr halt recht früh mit Weihnachten dran...

Jetzt muss alles verlötet und fest montiert werden, hier die Buchse für den Mono-Klinkenstecker. Unterbrochen durch den Taster wird der Stromfluss auf der Minusseite. Da ich nicht stückeln wollte, ahb e ich die Buchse grob vermessen und einseitig zwischengelötet, da das Kabel recht kurz war und ich keinen cm verschenken durfte, war das bei der Montage der Buchse eine ganz schöne Pfrimelei...



Der 510er von FatDaddy war auch wieder eine nervende Sache. Habe ich erst meine Drehmaschine wird es hier eine vernünftige und einfache Lötlösung geben. (Ich habe nach der Montage das Kabel noch etwas justiert, so dass nun der Bogen des braunen Kabel größer und mit mehr Spiel ist, so dass sich der gefederte Pluspol nicht verklemmen kann und suber und leicht federt.



So sieht das Verdampferpodest dann fertig verkabelt aus.



Dieses Podest wurde millimeter genau gekantet und verschraubt, was den Zugang sowohl zu den Befestigungsschrauben, als auch für den Einbau der Klinkenbuchse doch stark einschränkt.



Auch an der Bohrung für die Buchse war nochmal Feinarbeit angesagt, ich wollte unbedingt eine absolut plane Auflage der Abdeckung erreichen.



Hier kann man die Einbausituation nur erahnen, ...



Aber wenn man die Kamera am Winkelhalter vorbei schiebt und erst im Inneren das Objektiv ausfährt, dann sieht man das besser:



Der Dampfschlauch wurde mit dem DripTip verklebt und an der vorgesehen Stelle eingepasst und befestigt,



Auch der Popotaster wurde nun endgültig am "Popo" angebracht, so, dass auch der O-Ring nicht mehr hervorlugt (Alle elektrischen Anschlüsse, Kabel und Stecker habe ich natürlich vor der endgültigen Montage nochmals mit dem Ohmmeter durchgemessen, dammit ich mich anschließend nicht doch noch ärgern muss.)



Hier ein Blick auf den Unterbau, der es erst ermöglicht, den Dicken Verdampfer für die Schlampe zu verwenden. Im Dampfschlauch habe ich übrigens soviel "Lose" übriggelassen, dass man auch bequem jeden anderen Tankverdampfer verwenden kann. Als DripTip zum Anschluss hier, wurde ein Original Kayfun-DripTip mit geeignetem Innen- und Aussendurchmesser verwendet. Die Ausführung mit doppeltem O-Ring und der dadurch feste Sitz ist mir qualitativ einfach lieber...



So, jetzt fehlt für eine vernünftige Inbetriebnahme nur noch...


5) Der Sockel

Hier habe ich mich für einen kleinen Ikea-Beistelltisch entschieden, es ist ein Würfel mit 50cm Kantenlänge im maritimen Gräting-Design. So bekommt das Netzgerät immer genügend Kühlluft, es kommt ja dankenswerterweise ohne Lüfter aus, kann ideal eingebaut werden, der Verdampfer bekommt ebenfalls fein Luft und Kühlung, vor allem steht die Schlampe in der richtigen Höhe, so dass man bequem im Sitzen auch an das DripTip kommt. In das Powertischchen kann alles rund um die Stromversorgung rein, Netzanschluss, Labornetzteil fest installiert, die Autobatterie nebst Ladegerät, etc.  ...

Hier die Standfläche des Labornetzteils mit dem geklemmten Schlitten, der das Netzteil letztlich exakt und wackelfrei im Ausschnitt hält.



Hier der Füßchenhalter, der die hinteren Gummifüßchen des Netzteils fixiert und so ein Verrutschen zuverlässig verhindert.



Es wird also zukünftig im Wechsel für die Telefondampfe,



die Töpferdampfe, ddie Dampfstoffzelle und die Weihnachts-Dampf-Schlampe als Basisplattform dienen, welche bessere Hälfte hätte denn auch gerne die Schlampe ganzjährig im Wohnzimmer...


6) Das fertige Resultat


So, nun ist sie fertig und das Jungferndampfen steht an. Wackelfei und solider Stand.



Wir fangen mal mit ~ 10,4 V an und stellen dies für den Leerlauf fix ein, den Begrenzer auf 12,5V und es sollte losgehen können.



Der Feuertaster liegt sehr bequem in der Hand, wen wundert´s? Beim Feuern liegen wir trotz enormer Leitungslänge und auch einigen Überganswiderständen mit ~ 3,34A absolut im vorhergesehenen und grünen Bereich.



Aber wird sie dampfen? Wird sie schmecken?


Ja, tut sie. Es sieht nur..., äh...,  sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig aus. Aber einen guten Lacher ist das alle Male wert. In der aktuellen Phase ist das wirklich schon viel wert!



Ich hoffe, Ihr hattet da jetzt genauso viel Spaß an diesem Blödsinn wie ich. Zu meiner Herzdame meinte ich noch:

"Das war doch noch das Vernünftigste, was man aus diesem Trümmer machen konnte."  Sie entgegnete trocken: "Du meinst jetzt, außer sie in einem Puff auf die Toilette zu stellen...?"




oder